Showmanship versus Kunst, Teil 4 / 4 - Schlussfolgerungen

An beiden Ideen, also an der Idee der Kunst als auch der Idee des Showmanship / Entertainment ist was dran - es gilt die Spreu vom Weizen zu trennen.

Showmanship kann eine Kunst sein, oder sie kann auch zu sehr darauf aus sein, bloss die Aufmerksamkeit der Zuschauer zu erhaschen, oder zu lenken, ohne wirklich etwas qualitativ Substanzielles zu kommunizieren. Dies wird dem Kunstaspekt nicht gerecht.

Manche Zauberkünstler sind in der technischen Ausführung sehr gut. Sie verzichten gänzlich auf weitere kommunikative Techniken. Genau das vermisse ich bei diesen. Man mag beachten, dass wir und sie auch alle in einem Lernprozess sind.

 

Die besten Darsteller kombinieren oft beide Aspekte, Showmanship und Kunst. Manche Leser wünschen sich an dieser Stelle ein Beispiel. So sei es. Einer meiner gern gehörten zeitgenössischen Musiker ist Bruno Mars, nicht weil mir jeder Song von ihm gefallen würde, das tut es nicht, sondern, wegen der Art, wie er sich (und das Produktionsteam ihn) in Szene setzt. Für meine Laienohren klingt seine Musik authentisch und original genug und hebt sich vom heutigen Einheitsbrei ab. Bei Bruno Mars verschmelzen Kunst und Entertainment zu einem Gesamten, das grösser ist als die Summe seiner Teile. Natürlich ist das meine persönliche Sicht und somit höchst subjektiv (und fragwürdig). Doch als Laie erkenne ich klar beide Aspekte: Kunst (originalität) und Entertainment (er weiss sich in Szene zu setzen, nicht reisserisch, nicht exzentrisch, sondern eher effektiv und effizient).

Auf uns Zauberkünstler angewendet, bedeutet das, dass wir mit unserer Persönlichkeit überzeugen müssen, denn es geht um mehr als blosse Show. Gute Zauberkünstler verstehen es, Showmanship subtil einzusetzen, denn sie wissen: manchmal ist weniger mehr. Die Performance von Magie guter Zauberkünstler ist eine Art Verlängerung ihrer Persönlichkeit.

Es geht nicht primär darum gemocht zu werden, sondern seine Kunst in den Dienst der Gemeinschaft zu stellen, sowie auch der Kultur. Vergiss dabei nicht dein eigenes Bankkonto.

Summa summarum: Vereinfacht gesagt, geht es zuerst um die Kunst und um den Respekt für die Kunst. Idealerweise schafft das eine Persönlichkeit (wenn man Glück hat). Diese wiederum kreiert eine Atmosphäre. Dann kommt der magische Effekt und erst dann geschieht Entertainment. Quidquid agis, prudenter agas et respice finem.

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